Nachtleben in Salzburg
Lokaltour in Salzburg - vom gemütlichen Pub bis zum edlen Club.
(Fotos: Republic Café Bar Club)
Dass die Mozartstadt nur für Festspiele und absolute Hochkultur steht, ist ein Klischee, das es lohnt als solches enttarnt zu werden. Und das tut man am allerbesten, indem man sich ins nächtliche Geschehen wirft und den zahlreich vorhandenen nächtlichen Flaniermeilen einen ausgiebigen Besuch abstattet; jedenfalls so lange es Kondition und Portemonnaie gestatten.

Der Rudolfskai verlangt so manches ab

Großdimensionierte Neonschilder oder  Leuchtreklame wird man in Salzburg vergeblich suchen, denn dies wird Gott sei Dank durch äußerst strenge Denkmalvorschriften verhindert. Und so lassen alterwürdigen Bürgerhäuser rechts und links der Altstadt kaum vermuten, dass hinter ihren gepflegten Fassaden ordentlich die Post abgeht. Einzig die Gruppen von jungen, hippen und gestylten Teens und Twens vor den Eingängen geben einen deutlichen Hinweis darauf. Auf nur wenigen Metern reiht sich am linken Salzachufer Lokal an Lokal. Hier wird von irischer Musik etwa im Shamrock oder O’Malley’s bei Stout und Lager, über „hard and heavy“, Rock und Metall im „Barfly“ bis hin zum vorwiegend von jungem Publikum bevölkerten „Podium“ oder der American Bar des „Roses“ alles geboten was das Herz begehrt.

Die Szene rund um die Gstättengasse

Bewegt man sich am linken Salzachufer entlang Richtung Mönchsberg, so fällt man fast automatisch in eine der etabliertesten Salzburger Institutionen. Als „Paletti“ oder „Stadtwerk Orange“ seit Jahrzehnten bekannt hat das Lokal als Cafe, Bar und Club „Republic“ seine Pforten wieder eröffnet. Wem es nach Club Atmosphäre, anspruchsvollen Drinks und Tanzen gelüstet, ist in „The Club“ bestens aufgehoben. Das „JEXX“ gegenüber bietet im Erdgeschoß die traditionelle Bier- und chicken-wings-Variante, im ersten Stock, der Club Lounge, lässt es sich auch hier bei fetziger Musik ordentlich feiern.

Vom Pacific bis zur Würstelkönigin

Wählt man den Weg am Franz-Josef-Kai entlang, finden sich Lokale mit internationaler Küche wie das „Rautz“, das „Pacific“ oder das „Cocco Lezzone“. Wer die rustikale, jedoch nicht weniger typische Seite Salzburgs erleben will, macht am Ferdinand-Hanusch-Platz  bei der „Würstlkönigin“ Halt. Hier wird, besonders zu später Stunde, nebst Käsekrainer, Debreziner oder Burenhäutl in scharfer oder süßer Variante ein durchaus amüsantes Stück Lokalkolorit serviert. 

Buntes Treiben in der Steingasse

Hat man nun die Staatsbrücke überquert, gilt es, sich zu entscheiden zwischen Steingasse und Kai. Erstere hat, neben dem Umstand eine der reizvollsten Gassen der Salzburger Altstadt zu sein, eine Fülle an Lokalen, Bars und Beisln zu bieten. Mexico mit all seinen lukullischen Genüssen ist im „Pepe Gonzales“ beheimatet, in der „Shrimpsbar“ kann man dem Koch bei der Zubereitung von Fisch und diversen Suppen und Salaten in die Töpfe schauen. Wer ein Stück weiter vom Türsteher für einlasswürdig befunden worden ist, ist im „Saitensprung“ gelandet, einer Mischung aus Bar und Diskothek. Mit einem sehens- und schmeckenswerten Angebot an Weinen österreichischer und internationaler Provenienz kann das Fridrichs aufwarten. Äußerst kreativer Küche wird im „Soho“ ein, einem hervorragenden Speiselokal mit gutem Weinangebot und gemütlicher Bar geboten. Gegenstück ist das direkt in seiner Nachbarschaft gelegene „Andi Hofer“, ein Beisl allerfeinsten Stils mit bodenständiger Küche, freundlichem Service und vielen Stammgästen.

Ein Abstecher in nördliche Richtung

Wenn man schon einmal in dieser Gegend ist, sollte man es nicht versäumen, einen Fixstern am Salzburger Kulturhimmel zu besuchen. Im in der Schallmooser Hauptstraße gelegenen „Rockhouse“, hat die gesamte Bandbreite von Jazz, Rock, Pop, Folk, Blues, Metal, Punk, Funk, Cross-over bis hin zur zeitgenössischen Musik und Avantgarde eine mehr als würdige Heimat gefunden. Lohnenswert ist auch ein Abstecher in die Gegend rund um die Priesterhausgasse. Der „fidele Affe“ beispielsweise gehört ebenfalls zu den echten Salzburger Institutionen. Hier werden deftige österreichische Speisen und Salzburger Bier serviert. Ähnlich geht es im Mattseer Stiftskeller zu – das Lokal liegt übrigens tatsächlich im Keller – und wird gerne von Studenten und Musikern des Mozarteums serviert, wodurch man von Zeit zu Zeit in den Genuss einer Live- Session kommt. Am Ende der Priesterhausgasse  finden sich außerdem noch zwei klein aber feine Lokale namens „Diva“ und „Gordon’s Bistro“, die ebenfalls einen Besuch lohnen.

Hat’s ebenfalls in sich – der Giselakai

Hat man sich jedoch entschlossen, im Zentrum zu bleiben, lockt der Giselakai. Vom Senior unter Salzburgs Nachtlokalen, dem „Chez Roland“ über das „Daimler’s“ mit Bar im Erdgeschoß und hervorragendem Restaurant im ersten Stock, das „Watzmann“, das „Zebra“, das „Max“ oder das „Felice“, das Angebot ist überreich. Wenn man sich bis fast zum Mozartsteg wieder flussabwärts „gearbeitet“ hat, und die Gehörgänge noch belastbar sind, dann ist ein Besuch im direkt an der Salzach gelegenen „Bazillus“ mit Gastgarten und atemberaubend schönem Blick auf Altstadt samt Festung Pflicht.


Das Nonntal bietet lukullische Genüsse

Lohnenswert ist auch ein Besuch im Nonntal, im Südwesten der Stadt gelegen.  Hier finden sich die im Kulturgelände Nonntal befindliche „ARGE“, ein gemütliches Beisl mit exzellenter Küche, buntem Publikum  und idyllischem Biergarten und das schon seit ewigen Zeiten existierende „SOG“, dessen Küche an Kreativität und Klasse der ARGE an nichts nachsteht.

Diese Zeilen wollen und können keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erheben, sondern vielmehr Lust machen, auf eigene Faust noch mehr zu entdecken. Dazu empfiehlt sich ein mehrtägiger Besuch oder häufiges Wiederkommen. Denn beim nächsten Mal gibt es sicher schon gastronomischen Nachwuchs.

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